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Fettabsaugung / Bodycontouring (Körperformung)

Indikation: Die Fettabsaugung dient nicht der Gewichtsabnahme, also der Beseitigung generalisierter Fettleibigkeit. Ziel der Fettabsaugung ist die Formung des Körpers. Die Proportionen der einzelnen Körperregionen sollen wieder zueinander passen. Die Körperharmonie soll wieder hergestellt werden.
Die ideale Voraussetzung stellt die klassische Adipositas regionalis dar: bei normalem Gewicht und ansonsten altersentsprechender Körperkonturierung bestehen isolierte Fettpolster, die die Körpersilhouette störend und auffallend beeinträchtigen.
Das typische Beispiel wäre die Reithosendeformität . Diese ist übrigens nicht nur auf die Fettpolster der Oberschenkelaußenseiten beschränkt, sondern besteht i.d.R. aus Fettpolstern an den Innen-, Vorder- und. Außenseiten der Oberschenkel ggf. in Kombination mit den Knieinnenseiten und den Hüftregionen.

Am Bauch ist es vergleichbar. Die störenden Fettpolster sind nicht nur auf den Ober-, Mittel- und. Unterbauch begrenzt. Die Taillen, Hüftregionen und häufig auch der Schamhügel sind ebenso betroffen. Ich bevorzuge daher das Prinzip der ganzheitlichen Körperformung ( Bodycontouring ). Meiner Meinung nach ist ein ansprechendes ästhetisches Gesamtergebnis nur dann zu erreichen, wenn die gesamte betroffene Körperregion mit möglichst einem operativen Eingriff korrigiert wird. Diese Vorgehensweise limitiert m. E. die physische und psychische Belastung der Patientin/ des Patienten und reduziert ebenso das Operationsrisiko, indem Zweit- und Dritteingriffe zur Optimierung des Ergebnisses vermieden werden. Nicht zuletzt werden dadurch auch die Operationskosten kalkulierbarer.

Meine langjährige Praxistätigkeit zeigt jedoch, dass sehr viele Patienten nicht die optimalen Voraussetzungen mitbringen (fortgeschrittenes Alter, Hauterschlaffungen, durch Schwangerschaftsstreifen zerstörte Hautverhältnisse, deutliches Übergewicht). Gerade diese Patienten benötigen m. E. Hilfe. Frustrane Diätversuche, Schamgefühl sich in der Öffentlichkeit zu zeigen (Fitnessstudio, Schwimmbad, Sauna ...) nehmen diesen Patienten jegliche Motivation eigenständig an ihrem Körper Veränderungen herbeizuführen.

In vielen Fällen kann durch eine Fettabsaugung zumindest eine solche Verbesserung geschaffen werden, dass wieder Motivation zur Eigeninitiative entsteht. Aus diesem Grunde bezeichne ich diese Absaugungen auch als Motivationssaugungen . Es geht hierbei darum in einer umschriebenen Körperregion große Fettansammlungen zu beseitigen. Da das Gesamtvolumen einer Absaugung aus medizinischen Gründen auf max. 5 l Fett begrenzt sein sollte, kann man hier kein Contouring mehrerer angrenzender Regionen vornehmen. Eine optimale Körperkonturierung kann daher mit dieser Absaugung nie erzielt werden. Es ist lediglich eine lokale Verbesserung zu erwarten. Ein gutes Ergebnis ist nur durch nachfolgende Eigeninitiative (Gewichtsreduktion, Sport) erzielbar. In einigen Fällen (z.B. große Bauchabsaugungen) ist eine Straffungsoperation nach Ablauf eines Jahres unumgänglich.

Ihre Erwartungshaltung und das tatsächlich realisierbare Ergebnis ist übrigens das Hauptthema im vorher stattfindenden Beratungsgespräch.

Die Perfektionsabsaugung stellt auch an den erfahrenen Operateur höchste qualitative Ansprüche, da es darum geht auch nur kleinste Körperregionen zu optimieren (Hals, Knieinnenseiten, Betonung der Taillen, „six-pack“-Darstellung ...).

Operation: Die Fettabsaugungen erfolgen in Tumeszenz -Technik. Das abzusaugende Areal wird mit einer speziellen Flüssigkeit (Kochsalzlösung, Betäubungsmittel, Adrenalin) infiltriert. Die dadurch prall aufgequollenen Fettzellen lassen sich leichter und gezielter absaugen. Das beigefügte Adrenalin bewirkt eine Verengung der Blutgefässe, wodurch Blutungen verringert werden. Das Betäubungsmittel dient nicht nur der Betäubung während der Operation sondern auch nach dem Eingriff ist es für den Patienten sehr angenehm nicht mit Schmerzen zu erwachen.

Nach der erforderlichen Einwirkphase wird die Absaugung mit sehr feinen (2,5-4 mm Durchmesser), stumpfen Kanülen vorgenommen. Ich verwende grundsätzlich die sogenannte Vibrationstechnik . Das heißt die Kanüle bewegt sich mit hoher Frequenz vor und zurück, wodurch es mir möglich wird ohne eigenen Kraftaufwand zu saugen. Dies minimiert insbesondere bei Bauchabsaugungen das Verletzungsrisiko. Ich löse wesentlich weniger Blutungen aus und bin in der Lage die Kanüle noch leichter und gezielter zu positionieren. Die Formung der Körpersilhouette, insbesondere der Rundungen, kann damit optimiert werden.

Fälschlicherweise wird diese Technik gerne in der Werbung als „ sanfte Fettabsaugung“ dargestellt. Die Technik ist zwar schonender aber sicher nicht sanft. Es handelt sich nach wie vor um einen operativen Eingriff, der durchaus Risiken beinhaltet und daher nur von einem erfahrenen Facharzt ausgeführt werden sollte.

 

Die verharmlosende Darstellung einer solchen Operation sollte Ihre Zweifel an der Seriosität der anpreisenden Institution schüren.

Narkose: Je nach Ausdehnung des abzusaugenden Areals entweder Lokalanästhesie oder Vollnarkose.

Aufenthalt: Über 2 l Absaugvolumen erfordert aus medizinischen Gründen eine Nacht stationäre Überwachung.

Nachbehandlung: Kontrollen am 1., 7. und 14. Tag nach der Operation. Abschlusskontrolle nach 3 Monaten ggf. nach 1 Jahr. Kompressionsmieder für 4- 6 Wochen.

Vorzeigbar: Nach Abklingen der Blutergüsse und Schwellungen ca. 14 Tage nach der Operation. Ich empfehle grundsätzlich 1 Woche Urlaub einzuplanen. Das Endergebnis (Kontur) ist nach ca. 3 Monaten erreicht. Der Hautstraffungsprozess kann bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen.

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